Über mich

Im Rahmen meiner Dissertation zum Thema “Autorenidentifikation und linguistische Merkmale der Rixdorfer Handschriften: Eine Untersuchung anhand von Manuskripten aus dem 18./19. Jahrhundert” (Betreuer: Prof. Dr. Roland Meyer) behandle ich Predigten und Lebensläufe einer protestantischen Flüchtlingsgemeinde aus Berlin-Rixdorf. Die Dissertation findet im Rahmen des Projekts “Tracing patterns of contact and change: Philological vs. Computational approaches to the handwritings of a 18th century migrant community in Berlin” statt, gefördert durch die Volkswagen Stiftung (‚Mixed Methods‘).

In dem Mixed Methods Projekt wird die Erstellung eines (halb-)automatischen Assistenzsystems für Autorenidentifikation und den Vergleich von historischen Handschriften beabsichtigt. Das System soll sowohl linguistische als auch visuelle Eigenschaften der Texte berücksichtigen. Realisiert wird das Vorhaben durch die Humboldt-Universität zu Berlin (Institut für Slawistik, Fachgebiet Westslawische Sprachen), das Fraunhofer IPK und die Musterfabrik. Die Rixdorfer Handschriften dienen dem Projekt als Trainingsmaterial. Es wird beabsichtigt, das Assistenzsystem als Ergebnis des Projekts in Form einer öffentlich zugänglichen Online-Anwendung zur Verfügung zu stellen. Die Rixdorfer Handschriften werden letztendlich auszugsweise als Vorschau- bzw. Übungsmaterial im fertigen System verwendet.

Bei meinem Promotionsvorhaben geht es unmittelbar um die linguistischen Merkmale, die das Assistenzsystem benötigt, aber auch darum, die Schreiber*innen zu identifizieren, die Überlieferungsgeschichte ihrer Texte in der Brüdergemeine zu eruieren und besondere sprachliche Merkmale im Kontakt mit dem Deutschen und anderen Sprachen aufzudecken.

Bereits die Zwischenergebnisse meiner Dissertation zeigen, dass in der deutschen sowie auch in der Berliner Gesellschaft ein Zuwachs von Geflüchteten nicht erst seit ca. drei Jahren erfolgt. In Berlin können wir bereits von einer Tradition sprechen – Hugenotten, Salzburger Protestanten, die böhmischen Brüder, französische Adelige, Opfer der Balkankriege der 1990-er Jahre, Syrer und Homosexuelle aus Russland bilden nur eine kleine Anzahl von denen, die in Berlin ein neues Zuhause fanden. Und ich tue das, was ich kann – Ich möchte durch die czEXILe Lesereihe die Geschichte der tschechischen Refugianten des 18. Jahrhunderts aus linguistischer und soziolinguistischer Sicht aufarbeiten, um die Berliner Tradition der Multikulturalität zu stärken, ihr eine öffentliche Plattform zu geben und aufzuzeigen, wie vielseitig die Stadt war und immer noch ist.

Was mach ich bei der Lesereihe?
Konzept, Umsetzung, Transliteration(CZ/CZ), Übersetzung(CZ/DE), Graphic Design.